Unser Projektziel

Das Projekt soll im Rahmen von bestehenden Gärten und Gartenprojekten (z.B. Gemeinschafts- und Kleingärten, Botanische Gärten oder Parks) sowie Gartenmessen bzw. Gartenschauen mit innovativen Methoden die Möglichkeit für ein breites Publikum schaffen, globale Zusammenhänge praktisch und anschaulich erlebbar zu machen.

Inhaltlich stellt das Projekt den Zusammenhang zwischen nachhaltigen Lebensformen im globalen Süden und bei uns her. Die Vielfalt möglicher Projekthemen reicht von Biodiversität und Klimaschutz über Nahrungsmittel und deren nachhaltige Produktionsformen bis hin zu Wasser- und Bodenmanagement oder Flächenverbrauch. Das Projekt soll die in Deutschland vorhandenen Ansätze der entwicklungspolitischen Umwelt- und Bildungsarbeit in und mit Gärten konzeptionell und in der Praxis weiterentwickeln. Der neue Ansatz wird daher bundesweit verbreitet und nutzbar gemacht.

Globales Lernen goes Outdoor? Aber klar!

Der kritische Umgang mit Information(sflut)en ist eine Dimension wandelnder Lebensstile, der Trend zum bewusst praktischen „Do-it-yourself“ oder „Back-to-the-roots“ eine andere. Immer mehr Menschen resignieren angesichts zunehmend undurchschaubarer werdender Produktionsabläufe und machen es einfach selbst: Neben anderen haptischen „Selbstversorger-Hobbies“ wie Handwerken und –arbeiten oder Einkochen und vielem mehr haben Gartenarbeit und -projekte in den vergangenen Jahren in Deutschland einen erheblichen Aufschwung genommen. Zunehmend ist diese Betätigung nicht nur für die traditionellen KleingärtnerInnen, sondern für eine jüngere Klientel attraktiv. Auch Menschen mit Migrationshintergrund, sozial weniger Privilegierte oder junge Familien kommen als NutzerInnen von Kleingärten oder alternativer Gartenprojekte immer stärker in den Blick. Die vorhandenen Ansätze sind jedoch – wenn überhaupt – neben allgemeinen Lebensstilfragen zu einem großen Teil auf ökologische Aspekte fokussiert. Die Verbindung zu internationalen entwicklungspolitischen Themen ist noch unterentwickelt. Gerade die aktuelle Herausforderung, nachhaltige Lebensstile für die Eine Welt zu entwickeln (Post 2015-Agenda bzw. SDGs) ist hier noch nicht ausreichend angekommen.

Darum möchten wir neue Erfahrungs- und Handlungsfelder eröffnen, die durch anders-artige Bildungsformen vor Ort globale Abhängigkeiten und Beziehungen aufgreifen und Lernprozesse ermöglichen. Auch, um neben regelmäßigen GartennutzerInnen gerade die Bevölkerungskreise anzusprechen, die mit traditionellen Veranstaltungsformaten und über die bisher genutzten Informationskanäle noch nicht erreicht werden konnten.

Globale Bezüge in Grünstandorten

Um Menschen mit Themen globaler Nachhaltigkeit zu erreichen, haben wir neue und ganz unterschiedliche Orte der Ansprache gewählt. Gemeinsam haben sie, dass es sich durchweg um Gärten, Parks oder auch öffentliche Grünanlagen und spezielle Gartenmessen handelt, die sich überwiegend im Raum Osnabrück in Niedersachsen und Esslingen in Baden-Württemberg befinden. Zu finden sind darin große und kleine, runde und eckige, bunte und schlichte Installationen, die mal zum Mitspielen, mal zum Betrachten und ein anderes Mal zum Innehalten einladen. In jedem Fall sind sie so gestaltet, dass sie die Neugier der Vorbeigehenden wecken und ihnen ermöglichen, globale Zusammenhänge praktisch und anschaulich erlebbar zu machen. Die Beispiele zeigen, wie inhaltlich und methodisch vielseitig Globales Lernen im Grünen umgesetzt werden kann. So wurde z. B. im Osnabrücker Friedensgarten ein Bohnenautomat aufgebaut, um über den globalen Kontext von Sortenvielfalt und Ernährung aufzuklären. Verschiedene Steinskulpturen im Patientengarten eines Esslinger Klinikums informieren über einzelne Aspekte des ökologischen Fußabdrucks, den jeder von uns im Alltag hinterlässt. Ein mobiles Grassofa in der Osnabrücker Innenstadt lädt zum Verweilen ein und gibt Anregungen für das „Gute Leben“.

Alle im Projekt entwickelten Installationen finden sich auf dieser Webseite ausführlich beschrieben. Hier sammeln und schildern wir unsere Ideen und Erfahrungen, um sie an Interessierte weiterzugeben. Alle Installationen sind kostengünstig konstruiert, um den Nachbau zu erleichtern. Vorbereitung, Erstellung und Aufbau erläutern wir Schritt für Schritt und weisen auf mögliche Stolperfallen oder Lernerfahrungen hin. Wir ermutigen explizit dazu, unsere Installationsideen zu nutzen, zu kopieren oder auch anzupassen. Mit dieser Seite möchten wir sowohl entwicklungspolitischen Organisationen als auch Garteninitiativen, Kommunen und sonstigen Interessierten Lust machen, Gärten und Parks als Lernorte für globale Themen zu entdecken.

Wo finde ich mehr zu den Outdoor-Installationen?

Ausführliche Beschreibungen zu allen Lerngarten-Installationen mit Bildern, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Budgets gibt es hier. Sie werden im Projektzeitraum (bis Ende 2017) sukzessive ergänzt.

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